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Mauterndorf im Mittelalter
Geschrieben von Wilfried Loecker   

Eckdaten zur Geschichte Mauterndorfs im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit
(Quellen: Jakob Unrest, Matthias Maierbrugger, Heinz Dopsch)

Mauterndorfs historische Bedeutung im 15. und 16. Jahrhundert war bedingt durch die Lage am Südaufstieg zum Radstädter Tauern und die Verzweigung des Tauernweges zum Katschberg und zum Murtal. Außerdem war Mauterndorf administrativer Mittelpunkt des Bergbaues im Murwinkel und Wohnsitz mehrerer bedeutender Gewerkenfamilien.

1002 Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II.: Erzbischof Hartwig von Sponheim erhält auf Lebzeiten das „Predium in Lungowe“, ein Landgut an einer wichtigen Handelsstraße, bestehend aus Herbergen und Mauten; nach dem Tod des Erzbischofs geht laut Urkunde..

1023 dieses „Mauterndorf“ in den Besitz des Salzburger Domkapitels über.

1143 erhält das Domkapitel Salzburg alle Mauten aus diesem Ort.

1144 erste urkundliche Erwähnung des Namens „Muthardorf“. (Lage von Altmauterndorf unklar - Burgstall, Dürnbühel oder St. Gertrauden?)

1217 (15. Juni)  Markterhebung; Anlegung einer Marktsiedlung im Kern des heutigen Mauterndorfs (angeblich westlich von Altmauterndorf); Markt unterstand dem Domkapitel und damit in höchster Instanz dem König, bzw. Kaiser – und nicht dem Ezbischof. Pfleggericht (Pfleger des Domkapitels in Mauterndorf)

1253 Errichtung des Bergfriedes der Burg Mauterndorf

1281 erste große Hungersnot

1287 urkundliche Erwähnung des Bergbaues im Lungau

1348 – 1350  größte Pestepidemie in den Ostalpen

1430 erhält Hans Grimming ein Lehen des EB gegenüber der Burg (später wurden die Grimmings ein mächtiges Geschlecht und Besitzer von Gütern in Bruckdorf, in Fanning, von Schloss Niederrain und schließlich des heutigen „Hotel zur Post“)

1416 EB Eberhard III. von Neuhaus bestätigt die Marktfreiheiten der Lungauer Märkte (Mauterndorf am Pfinztag= Donnerstag)

1458 (30. Oktober) Kaiser Friedrich III. gewährte dem EB Siegmund I. ein Handelsrecht, das Mauterndorf zum Nutznießer machte. Lage an einer der wichtigsten Handelsstraßen des Mittelalters (Venedig – Salzburg – Passau – Regensburg u. Nürnberg)

1466 Hungersnot in Mauterndorf

1477 EB Bernhard von Rohr setzt Georg Weyshaupt zum Bergrichter in Mauterndorf ein

1478 angeblich Türkeneinfall (Akindschi) bis nach Tamsweg und Mauterndorf (Sage von der Frauenhöhle)
Gründung von Bauernbünden in Kärnten (zur Selbstverteidigung gegen die Türken, aber auch gegen den Adel, der die Bauern in der Abwehr der Türken im Stich ließ)
Komplott gegen den Pfleger von Moosham, Wilpold von Haunsberg (angeblich Beginn einer Bauernrevolte; Hinrichtung zweier Pongauer Bauern)

Salzburger Bistumsstreit / Kriegszeiten: EB Bernhard von Rohr geriet in Konflikt mit Kaiser Friedrich III. Er verband sich mit dem Ungarnkönig Matthias Corvinus. Er ließ das internationale Söldnerheer des Ungarnkönigs (Legio Nigra(?)) unter Führung des Schlesiers Hans Haugwitz in seine salzburgischen Besitzungen.

1480. Schlimmster Türkeneinfall in Kärnten. Schwere Unwetter und eine Heuschreckenplage!
Als Haugwitz  mit seiner Soldateska Kärnten durchstreifte, entsandte Kaiser Friedrich III. ein Söldnerheer  zum Grafen Niklas von Liechtenstein nach Murau. Von dort aus wurde der salzburgische Lungau verheert, Tamsweg eingeäschert und am Martinitag Mauterndorf  geplündert.
Domprobst Ebran von Wildenberg vertrieb mit Hilfe von Schweizer Söldnern die Landsknechte aus Mauterndorf und besetzte die Burg.
Daraufhin kam es bei Lintsching (oder den drei Kreuzen bei Steindorf ?) zu einer Schlacht zwischen den kaiserlichen und den ungarischen Truppen. Die Kaiserlichen siegten und Haugwitz wurde gefangen.
1481 (am 2. Februar) wurden die Schweizer Söldner von den Kaiserlichen und einem bäuerlichen Aufgebot besiegt.
Daraufhin übergab Ebran von Wildenberg die Burg Mauterndorf eiligst an ungarische Söldner.
1482 (14. Jänner) dankte EB Bernhard von Rohr ab; es wurde ein Waffenstillstand mit dem Kaiser geschlossen.
Der Nachfolger EB Johann III. Beckenschlager wurde aber die ungarischen Söldner bis zum Tode Königs Matthias Corvinus 1490 nicht mehr los. Acht Jahre lang waren der Lungau und Mauterndorf von diesen marodierenden Söldner besetzt.

1490 Leonhard von Keutschach wird Domprobst (Vorsitzender des Domkapitels und deswegen Herr über den Markt Mauterndorf, der dem Domkapitel und nicht dem Erzbischof unterstand.)

1495  Leonhard von Keutschach  wird Erzbischof. Er flieht vor einer Pestepidemie nach Mauterndorf, bzw. Friesach.

1498 Juden auf „ewige Zeit“ aus Salzburg verbannt

1495 – 1519 Regierungszeit des EB Leonhard von Keutschach und „Blütezeit“ Mauterndorfs
Ausbau der Tauernstraße vom Saumweg zur befahrbaren Straße
1504 Prägung der Rübentaler
1506 Baubeginn des Petersdomes
1511 (25.1.) EB ließ den Bürgerrat von Salzburg verhaften (Streit um Stadtrechte) und wollte sie auf Burg Mauterndorf enthaupten lassen. Sie wurden im letzten Moment „begnadigt“.

1519 Keutschach stirbt; Nachfolger bis 1540 EB Matthäus Lang von Wellenburg

1526 (Pfingstdienstag, 20. 5.) aufständische Bauern treiben Franz von Thannhausen (war dem EB zu Hilfe geeilt) vom Tauernpass nach Mauterndorf zurück; ca. 200 Gefallene)

1538 erster Kaffee in Europa

1548 Kartoffelpflanze kommt nach Europa

1554 bereits Drahthammer und Schmelzofen im Hammer

1555 Augsburger Religionsfriede

1560 Christoph Jocher wird domkapitlicher Kastner und Mautner

1568 Christoph Jocher wird Pfleger

1590 Christoph Jocher von Kaiser Rudolf II in den Adelsstand erhoben

1594 Christoph Jocher kauft das heutige Lankmayrhaus und baut es zum Patriziersitz aus

1576 (belegte) Marktordnung (Marktrichter wurde von einem Rat aus 8 Bürgern gewählt.)

17. Jahrhundert: Blütezeit der Gewerkenfamilien: Adelige (Grimming, Jocher) und Bürgerliche (Amthofer, Rexeisen, Wallner und Gilg Löcker, Besitzer des heutigen Drogerie Stocker Hauses)